Titelseite von Buch von Barbara Hoffmann Kriegsblinde in Österreich 1914-1934


Portrait von Barbara Hoffmann

Irma-Rosenberg-Förder-Preis 2010

Meine Dissertation "Zwischen Integration, Kooperation und Vernichtung: Blinde Menschen unter dem NS Regime in der „Ostmark“ 1938-1945" wurde am 6. Mai 2011 in Wien mit dem Irma-Rosenberg-Förder-Preis 2010 ausgezeichnet.

Die Irma Rosenberg-Preise würdigen hervorragende Veröffentlichungen und wissenschaftliche Leistungen, die sich mit der Geschichte des Nationalsozialismus auseinandersetzen.

Links:

Beitrag zur Preisverleihung im Blog der Universität Innsbruck

Weitere Informationen zur Preisverleihung

 

Link: Artikel in der Sonntagsausgabe "Die Presse"

Am Sonntag, den 8. August, stellte Veronika Schmidt meine Dissertation in der Sonntagsausgabe der "Presse" vor.

NS-Zeit: Blinde waren nicht nur Opfer

Barbara Hoffmann arbeitete sich durch Archive in Österreich, Deutschland und Israel und erforschte das Leben von blinden Menschen in der Ostmark....

Hier geht es zum vollständigen Beitrag von Veronika Schmidt

Überblick: Blinde Menschen im 20. Jahrhundert

Vor Beginn des Ersten Weltkrieges hätte niemand damit gerechnet, dass ca. 1,2 Prozent der Soldaten erblindet heimkehren würden. Rund 350 Kriegsblinde mussten nach dem Ersten Weltkrieg in Österreich versorgt werden. Den Kriegsblinden wurde ein soziales Netz gespannt, das engmaschiger war, als jenes für andere Kriegsopfer.

In der Folge entstand in der Zwischenkriegszeit ein Zwei-Klassensystem aus Kriegs- und Zivilblinden. Kriegsblinde hatten einen wesentlich höheren Lebensstandard. Zivilblinde hatten keinen generellen Rentenanspruch, viele waren arbeitslos.

Die bevorzugte Versorgung Kriegsblinder setzte sich unter dem NS-Regime fort. Die Verfolgung von Menschen jüdischer Herkunft führte dazu, dass Zivil- und Kriegsblinde, die als Jüdinnen und Juden galten, zu einer dritten Gruppe von blinden Menschen wurden. Nur wenige blinde Menschen jüdischer Herkunft überlebten den NS-Terror.